#MeToo: Der konformistische Angriff auf die unreglementierte Annäherung der Geschlechter – Vortrag und Diskussion mit David Schneider und Thomas Maul

Freitag, den 25.05.2018 um 19:00 Uhr im Nachbarschaftstreff Theresia, Pfeuferstraße 3 in München (Westend/Sendling). Der Eintritt ist frei.

„Als Frauen erkennen wir uns nicht in diesem Feminismus, der über die Anprangerung von Machtmissbrauch hinaus das Gesicht eines Hasses auf Männer und die Sexualität annimmt.“

Catherine Deneuve

Mit dem Suizid von Benny Fredriksson erreichte #MeToo seinen traurigen Höhepunkt: Obwohl der langjährige Leiter des Stockholmer Stadttheaters, dem trotz einer aggressiven Hetzkampagne keine sexuellen Belästigungen, geschweige denn sexuelle Übergriffe nachgewiesen werden konnten, verkündete, die Kritik an seinem Haus ernst zu nehmen und interne Untersuchungen anzustellen, wollte man ihm keine zweite Chance geben. Fredriksson trat daraufhin von seinem Amt zurück und nahm sich aufgrund des allgegenwärtigen Drucks wenige Wochen später das Leben.

Im Fall des schwedischen Theaterleiters bündeln sich zwei negative Grundzüge des Phänomens #MeToo: Die auf Denunziation, Verleumdung und Selbstjustiz setzende Ablösung des bürgerlichen Rechts durch vage Anschuldigung sowie das absichtliche Zusammenwerfen von schlechtem Charakter und Benehmen mit sexuellen Übergriffen bis hin zur Vergewaltigung. #MeToo kann als postbürgerliches Syndrom einer Gesellschaft gelten, deren Einzelne sich nicht mehr in der Lage wähnen, zu erkennen, ab wann ein Kuss, eine Berührung übergriffig wird, weil sie zu verängstigt, zu misstrauisch oder schlichtweg psychisch zu deformiert sind, um ohne Durchreglementierung des privaten Bereichs noch zu flirten, sich anzunähern oder miteinander Sex zu haben. In dem Vortrag wird diesem Sachverhalt ebenso auf den Grund gegangen wie der Frage, wie es sein kann, dass ein Feminismus, dessen Ziel es ursprünglich war, Frauen zu Subjekten, also Gleichen unter Gleichen zu machen, sich dazu hinreißen lässt, ihren angeblich schützenswerten Opferstatus für alle Ewigkeit zu zementieren. Anstatt auf individuelle, mithin weibliche Stärke zu setzen, optiert der #MeToo-Feminismus fürs regressive Aufgehen im lustfeindlichen, jegliche Abweichung abstrafenden Rudelsubjekt.

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Liebe Merkel-Antideutsche: Ihr seid Deutschland!

Der neue Bundesaußenminister Heiko Maas steht exemplarisch für einen mehr oder minder erfolgreichen Schlag von Deutschen, deren an kritischer Theorie geschultes politisches Engagement vom Impuls getragen ist, dass Auschwitz sich nicht wiederhole. „Ich bin wegen Auschwitz in die Politik gegangen“[1], verlautbarte Maas selbstbewusst in seiner Antrittsrede. Die antideutsche Grundstimmung dieses Schlages kann mittlerweile als Kernkompetenz gelten, die zum politischen und akademischen Karrieremachen geradezu prädestiniert. Aufstrebende Jungpolitiker wie die langjährige Sprecherin der Grünen Jugend und amtierende stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei, Jamila Schäfer, die verantwortungsvoll antideutsches „Geschichtsbewusstsein“ einfordert[2], oder der Bundesvorsitzende der Jusos und Jungle-World-Leser[3] Kevin Kühnert gehen als kritische Genossen durch, obwohl sie alles das bekämpfen, was der vollendeten Durchsetzung zeitgemäßer deutscher Ideologie noch irgend im Wege steht. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass sie die Aufkleber der gleichnamigen Kampagne von 2006 ebenso abgerissen haben wie alle WM-Plastikfähnchen, die ihnen seitdem untergekommen sind, gilt für jeden Einzelnen dieses Typus: Du bist Deutschland! Fortschrittlich und antirassistisch, flüchtlingsbegeistert und pazifistisch, europäisch und gendergerecht, hip und kultursensibel, links und zukunftsfit, ökologisch korrekt und antinational, religions-, aber nicht islamkritisch, sehen sie im Aufstieg der AfD-„Kotzbrocken“[4] die große Gefahr für die innerdeutsche Eintracht und im amerikanischen Präsidenten Donald Trump die große Gefahr für den weltweiten Frieden.

Das antideutsche Geflecht in Deutschland, dem die DIG-Jugend ebenso zuzurechnen ist wie allerlei israelsolidarische Antifa- und AStA-Gruppen, besetzt die Avantgarde-Position innerhalb einer parteiübergreifenden Volksfront, zu der nur die AfD – und, mit Abstrichen, die CSU – nicht gehört. So wie die Israelsolidarität dieser Avantgarde von Anfang an bloß darauf abzielte, innerhalb des politischen Betriebs anzuecken und aufzufallen, ist auch ihre antinationale und vermeintlich kritische Haltung vor allem antiautoritär-pubertäres Stunk-Machen, um den eigenen Stall mal gründlich auszumisten und sich als die künftigen Polit-Hühner beziehungsweise -Gockel auf der Stange zu platzieren. Ginge es tatsächlich um Israel, müsste allem voran der Antisemitismus des Islams als wirkmächtigste ideologische Ursache der weltweiten Judenverfolgung benannt werden. Dem entziehen sich antideutsche Mitmacher, wenn es nicht immer auch und gleichzeitig um andere „potentiell antisemitische Strömungen in unserer Gesellschaft“ geht, wie es in einer von antideutschen Jungakademikern aus Frankfurt in Fleißarbeit organisierten Entebbe-Ausstellung hieß, auf der „Selektionsnarrative“ präsentiert und „verschiedene[] Positionen ins Gespräch miteinander gebracht“ wurden.[5] Für die akademische oder politische Laufbahn, so viel ist sicher, hat es sich trotz aller grammatischen Unzulänglichkeiten gelohnt.

Die Gruppe Kir Royal verweigert sich solcherart linksantideutschem Unfug in Gänze und grundsätzlich. Sie hat kein Interesse an einer Relativierung des antijüdischen und antiwestlichen Dschihads durch den Verweis auf die im Vergleich harmlosen Ordnungspolitiker der AfD oder den Israelfreund Donald Trump. In Zeiten, in denen Ex-Genossen, die es besser wissen müssten, mit Merkel, Schulz und Roth gegen Amerika und die AfD klüngeln, damit der gesamtdeutsche Laden sauber bleibt, hält es die Gruppe Kir Royal dann doch lieber mit dem ehemaligen Klassenfeind CSU. Sie kann Horst Seehofers kritischem Satz, dass zwar die hier lebenden Muslime zu Deutschland gehören, nicht aber der Islam – beides selbstverständlich im normativen Sinne –, nur zustimmen. Im Jahr 2018 findet sich kritisches Denken, und das allein spricht für sich und in erster Linie gegen die Merkel-Antideutschen unserer Zeit, weit eher in bayerischen Bierzelten als bei antideutschen Nachwuchspolitikern, Entebbe-Ausstellungen und DIG-Gruppensitzungen. Insofern: Prost!

Gruppe Kir Royal, April 2018

[1]https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Bulletin/2018/03/30-1-bmaa-antrittsrede.html.

[2]https://gjspunk.de/warum-der-9-november-kein-tag-zum-feiern-ist/.

[3]http://www.spiegel.tv/videos/1264349-spd-hoffnungstraeger-kevin-kuehnert (Minute 3:49).

[4]https://twitter.com/jamila_anna/status/935509995923361792.

[5]http://selektion-von-entebbe.de/ausstellung/ausstellungskonzept.html.